Packing bezeichnet das Tragen einer Prothese oder Polsterung im Schritt der Hose, um die äußere Silhouette eines Penis oder einer Ausbuchtung zu erzeugen. Die Praxis wird vor allem von trans Männern, nichtbinären und anderen genderdiversen Personen genutzt, deren körperliches Erscheinungsbild sonst nicht mit ihrer Geschlechtsidentität übereinstimmt – auch bei Cross-Dressing kommt Packing vor.
Das dafür verwendete Hilfsmittel heißt Packer. Selbstgebaute Varianten bestehen häufig aus zusammengerollten Socken oder mit Gel gefüllten Kondomen, kommerzielle Produkte aus Silikon, Latex oder Gelatine und bilden teils auch Hodensack und Hoden nach. Unterschieden wird zwischen weichen Packern, die eher der äußeren Form dienen und teilweise mit einer Röhre zum Stehend-Urinieren ausgestattet sind, und festeren Varianten, die auch für sexuelle Aktivität genutzt werden können.
Neben der äußeren Wirkung geht es beim Packing oft um das Gefühl, dass Kleidung „richtig sitzt und fällt" – ohne Packer kann der Hosenschritt sichtbar leer wirken. Für viele trans und nichtbinäre Menschen trägt die Praxis, ähnlich wie Binding beim Brustbereich, zu Genderaffirmation und -euphorie bei. Ob und wie jemand packt, ist eine persönliche Entscheidung ohne Einfluss auf die Gültigkeit der eigenen Geschlechtsidentität.