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Fakaleitī

Buchstabe F 25 Begriffe
Fakaleitī bezeichnet in Tonga Menschen, die bei der Geburt als männlich eingeordnet wurden und eine feminine Geschlechtsidentität leben. Der Begriff setzt sich aus dem Präfix „faka-“ („in der Art von“) und dem aus dem Englischen entlehnten Wort „leitī“ (lady) zusammen. Die Identität lässt sich nicht bruchlos in westliche Kategorien übersetzen: Manche Fakaleitī verstehen sich als Frauen, andere verorten sich außerhalb der binären Geschlechterordnung. Die meisten sind androphil, also von Männern angezogen, wobei die sexuelle Orientierung im Einzelfall variiert. Entscheidend für die Identität ist die soziale Rolle, nicht die Anatomie – eine geschlechtsangleichende Operation streben längst nicht alle an. Fakaleitī kleiden und stylen sich meist nach westlich-kosmopolitanem Vorbild, nicht nach traditioneller tongaischer Mode, und wechseln je nach Anlass oft zwischen femininer und maskuliner Präsentation. Gesellschaftlich ist ihre Stellung ambivalent: Vor allem in jungen Jahren erleben viele Diskriminierung und Gewalt, zugleich sind sie innerhalb der stark familienzentrierten polynesischen Gesellschaft meist eingebunden und in Tourismus, Gastgewerbe und Unterhaltung wirtschaftlich aktiv. Die Tonga Leitis' Association organisiert unter anderem die jährliche Miss-Galaxy-Wahl; ihre Vorsitzende Joey Joleen Mataele setzt sich, auch über das Pacific-Equality-Projekt, für die Abschaffung kolonialzeitlicher Gesetze gegen queere Menschen im Pazifikraum ein.

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