Faʻatama (auch faʻafatama) bezeichnet in der samoanischen Kultur Menschen, die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurden und sich einer dritten Geschlechtsrolle oder einer männlichen Rolle zugehörig fühlen. Das Wort setzt sich aus dem Präfix faʻa- ("auf die Art von") und tama ("Junge", "junger Mann") zusammen, es bedeutet also etwa "nach Art eines Mannes". Ein älterer, kaum noch gebrauchter Vorläufer ist faʻatane.
Verwandte Begriffe gibt es in anderen polynesischen Sprachen, etwa akavaʻine auf den Cookinseln, fakafifine auf Niue, fakaleitī in Tonga oder whakawāhine im neuseeländischen Māori. Das Gegenstück zu faʻatama ist faʻafafine, das Menschen beschreibt, die bei der Geburt als männlich eingeordnet wurden und eine weibliche oder dritte Geschlechtsrolle leben. Faʻafafine sind in Samoa deutlich sichtbarer und besser akzeptiert; faʻatama erfahren weniger Anerkennung, wobei die Unterstützung nach Angaben der Quelle wächst.
Fachleute weisen darauf hin, dass sich diese Kategorien nicht ohne Rest mit westlichen Begriffen wie trans Mann oder nichtbinär decken. Auch die Einordnung als "drittes" oder "viertes" Geschlecht gilt manchen als Vereinfachung. In der Community besteht zudem die Präferenz, in der Interessenvertretung die überlieferten Begriffe zu verwenden. Zusammen machen faʻatama und faʻafafine nach Schätzungen, die in der Quelle genannt werden, etwa 1 bis 5 Prozent der samoanischen Bevölkerung aus. Der Rogers Club, benannt nach Toʻotoʻoaliʻi Roger Stanley, ist die erste eigene Vereinigung von faʻatama.