Gad Beck, geboren 1923 als Gerhard Beck in Berlin, war einer der wenigen schwulen jüdischen Holocaust-Überlebenden, die öffentlich über ihre Geschichte sprachen. Als Sohn einer jüdischen Mutter und eines evangelischen Vaters wuchs er im Berlin der Zwischenkriegszeit auf und erlebte als Jugendlicher mit, wie Freund:innen und Nachbar:innen ab 1941 deportiert wurden. Um seine jüdische Identität zu bekräftigen, nahm er den hebräischen Namen Gad an.
Als Leiter der zionistischen Jugendgruppe Chug Chaluzi organisierte Beck Verstecke und Fluchtwege für untergetauchte Juden in Berlin. Anfang 1945 wurde er verhaftet und blieb bis zur Befreiung durch die Rote Armee im April desselben Jahres inhaftiert. 1947 wanderte er nach Palästina aus, kehrte Ende der 1970er Jahre nach Deutschland zurück und wurde zu einer der zentralen Stimmen der Berliner queeren Erinnerungsarbeit.
Seine Autobiografie „An Underground Life: Memoirs of a Gay Jew in Nazi Berlin" machte ihn international bekannt. Gad Beck starb 2012 in Berlin, kurz vor seinem 89. Geburtstag, als nach eigenen Angaben letzter noch lebender offen schwuler jüdischer Holocaust-Überlebender.