Ein Gaff ist ein Unterwäschestück, das den äußeren Genitalbereich glatt und flach erscheinen lässt. Es wird vor allem von trans Frauen, nichtbinären und genderdiversen Personen getragen, die bei Geburt männlich zugeordnet wurden und ein weiblich gelesenes Erscheinungsbild anstreben, außerdem in der Drag-Szene.
Funktional beruht der Gaff auf dem Prinzip des Tuckings: Die äußeren Genitalien werden zurückgeschoben und mit dem elastischen Stoff des Kleidungsstücks fixiert, ähnlich wie bei kompressionsstarker Shapewear. Traditionell wurden Gaffs selbst hergestellt, etwa aus einem Stück Socke und einem Gummiband, das die Beinöffnungen bildet und den Stoff über dem Schritt strafft. Seit den 2010er-Jahren gibt es zunehmend industriell gefertigte Varianten aus Kompressionsnetz oder Badebekleidungsstoff, die über spezialisierte Anbieter und Online-Shops erhältlich sind.
Gegenüber dem Tucking mit Klebeband bietet ein Gaff praktische Vorteile: Er lässt sich leichter an- und ausziehen, reizt die Haut weniger und verursacht seltener Schmerzen. Weil er kein längeres Zurückhalten von Urin erfordert, kann er zudem das Risiko von Harnwegsinfektionen senken, das bei anderen Tucking-Methoden diskutiert wird.