Die Gay Activists Alliance (GAA) war eine US-amerikanische Organisation für die Rechte von Schwulen und Lesben. Sie wurde am 21. Dezember 1969 in New York gegründet, knapp ein halbes Jahr nach den Stonewall-Aufständen. Mitglieder der Gay Liberation Front (GLF), die mit deren Ausrichtung unzufrieden waren, riefen sie ins Leben. Zu den Gründern zählten unter anderem Arthur Bell, Arthur Evans, Marty Robinson und Kay Tobin Lahusen.
Die GLF verbündete sich mit den Black Panthers, kritisierte den Vietnamkrieg und vertrat eine radikal linke, antikapitalistische Haltung. Die GAA wollte dagegen nur ein Thema bearbeiten: „grundlegende Menschenrechte, Würde und Freiheit für alle Schwulen“ sichern. Sie erklärte sich politisch neutral und wollte innerhalb des politischen Systems arbeiten. Am aktivsten war sie zwischen 1970 und 1974.
Im März 1970 organisierte die GAA Proteste gegen eine Polizeirazzia in der Bar Snake Pit in Greenwich Village. Diese Proteste weckten Interesse an der „Christopher Street Liberation Day“-Demonstration am 28. Juni, die als erste Pride-Parade der USA gilt. 1973 forderte die GAA den Fernsehmoderator Jack Paar wegen abwertender Äußerungen über Schwule heraus und kam in seiner Sendung zu Wort. Die Eintragung als Verein dauerte fünf Jahre, weil New York den Begriff „gay“ im Vereinsnamen zunächst ablehnte.