Als Gay/Trans Panic Defense wird eine Verteidigungsstrategie vor US-Gerichten bezeichnet, bei der Angeklagte eine Gewalttat gegen eine queere Person damit rechtfertigen, dass die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität des Opfers – etwa eine vermeintliche sexuelle Annäherung – einen Kontrollverlust ausgelöst habe. Rechtlich ist sie keine eigenständige Verteidigung, sondern stützt andere Argumentationen wie verminderte Schuldfähigkeit, Notwehr oder Affekthandlung, mit dem Ziel, Anklagen abzumildern oder Strafen zu senken. Die Strategie taucht in US-Gerichtsurteilen seit den 1960er-Jahren auf. Nach dem Mord an Matthew Shepard 1998 und an der trans Jugendlichen Gwen Araujo 2002 wuchs der öffentliche Druck, sie abzuschaffen. Kalifornien verbot die Panic Defense 2014 als erster US-Bundesstaat, mittlerweile sind es rund 20 Bundesstaaten plus Washington, D.C. Die American Bar Association forderte 2013 einstimmig ein bundesweites Verbot. Deutschland kennt keine vergleichbare Rechtsfigur, in der öffentlichen Debatte über homophob und transfeindlich motivierte Gewalt taucht der Begriff aber regelmäßig als Referenz auf US-Fälle auf.