Eine Pronomenrunde ist eine kurze Vorstellungsrunde zu Beginn eines Treffens, einer Veranstaltung oder eines Workshops, bei der alle Teilnehmenden neben ihrem Namen auch die Pronomen nennen, mit denen sie angesprochen werden möchten - etwa sie/ihr, er/ihm, they/them oder ein Neopronomen. Verbreitet ist die Praxis vor allem in queeren Communitys, an Universitäten und zunehmend in Unternehmen mit Diversity-Programmen.
Ziel ist es, das Erraten von Pronomen anhand von Aussehen oder Namen überflüssig zu machen und Falschgendern von vornherein vorzubeugen - ein Vorteil, der nicht nur trans und nichtbinären Menschen zugutekommt, sondern allen, deren Pronomen nicht dem entspricht, was andere annehmen würden. Wichtig ist dabei, dass die Angabe freiwillig bleibt: Wer keine Pronomen nennen möchte, sollte das ohne Erklärungsdruck tun können.
Kritisch angemerkt wird gelegentlich, dass Pronomenrunden ritualisiert wirken können, wenn sie ohne Kontext eingesetzt werden. In der Praxis hat sich die Methode dennoch als niedrigschwelliges Mittel etabliert, um Räume von Anfang an offener zu gestalten.