Quentin Crisp (1908–1999) war ein britischer Schriftsteller, Schauspieler und eine der ersten öffentlich und unübersehbar femininen schwulen Figuren des 20. Jahrhunderts in Großbritannien – zu einer Zeit, in der Homosexualität dort noch strafbar war. Mit gefärbtem Haar, Make-up und auffälliger Kleidung bewegte er sich Jahrzehnte durch ein London, das ihm dafür regelmäßig mit verbaler und körperlicher Gewalt begegnete.
Bekannt wurde er vor allem durch seine 1968 erschienene Autobiografie „The Naked Civil Servant" (deutsch: „Ein bemerkenswertes Leben"), die 1975 fürs britische Fernsehen verfilmt wurde und ihn zu einer landesweit bekannten Figur machte. Crisp verstand seine Selbstinszenierung als bewussten, kompromisslosen Akt der Selbstbehauptung in einer feindseligen Umgebung – nicht als politischen Aktivismus im klassischen Sinn, wofür er innerhalb der Bewegung teils auch kritisiert wurde. In den 1980er-Jahren zog er nach New York, wo er bis zu seinem Tod lebte und weiter schrieb.