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Section 28

Section 28 war eine britische Gesetzesklausel, die es Kommunen und Schulen verbot, Homosexualität „zu fördern“ oder sie als gleichwertige Familienform darzustellen. Verabschiedet unter der konservativen Regierung Margaret Thatchers, richtete sie sich offiziell gegen die „Förderung“ von Homosexualität im Unterricht, traf in der Praxis aber vor allem Lehrkräfte und Beratungsstellen: Wer offen über gleichgeschlechtliche Beziehungen sprach, riskierte disziplinarische Konsequenzen, viele Schulen strichen entsprechende Aufklärung ganz aus dem Lehrplan.

Für queere Jugendliche bedeutete das jahrzehntelang ein Klima des Schweigens: kaum Vorbilder, kaum Ansprechpersonen, kaum Sprache für die eigene Identität. Die Klausel wurde erst nach jahrelangem Protest von Aktivist*innen, Lehrer*innen und Elternverbänden aufgehoben, zuerst in Schottland, später auch im übrigen Vereinigten Königreich. Ihr Erbe wirkt bis heute nach: Der Begriff „Section 28“ steht in der queeren Erinnerungskultur als Sinnbild dafür, wie staatliche Symbolpolitik reale Menschen unsichtbar machen kann, und taucht regelmäßig in Debatten über schulische Aufklärung und Diskriminierungsschutz wieder auf.

Verwandte Begriffe

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