Shade werfen bedeutet, jemanden mit einer beiläufig wirkenden, aber gezielt fiesen Bemerkung bloßzustellen – subtiler als eine direkte Beleidigung, aber in der Wirkung oft treffender. Der Ausdruck stammt aus der Ballroom-Kultur Schwarzer und lateinamerikanischer queerer Communitys in den USA und wurde besonders durch den Dokumentarfilm „Paris Is Burning" bekannt, in dem Ballroom-Legenden den Unterschied zwischen offener Beleidigung („Reading") und dem indirekteren „Shade" erklären.
Von dort verbreitete sich der Begriff über Drag- und Ballroom-Communitys hinaus in die allgemeine Popkultur, nicht zuletzt durch Formate wie „RuPaul's Drag Race". Im deutschsprachigen Raum wird „jemandem Shade werfen" heute auch außerhalb der queeren Community verwendet, häufig ohne dass die Sprecher*innen den kulturellen Ursprung des Begriffs kennen – ein Beispiel dafür, wie stark Ballroom-Sprache die Alltagssprache geprägt hat.