Slut-Shaming bezeichnet die Abwertung, Beschämung oder Stigmatisierung von Menschen – überwiegend Frauen und weiblich gelesenen Personen – aufgrund ihres tatsächlichen oder vermuteten Sexualverhaltens. Betroffen sind etwa Personen mit mehreren Sexualpartner*innen, offen gelebter Sexualität oder Kleidung, die als „zu freizügig“ wahrgenommen wird. Der Begriff stammt aus der feministischen Bewegung und beschreibt einen doppelten Standard, der sexuelle Freizügigkeit bei Frauen negativ, bei Männern hingegen oft positiv bewertet.
Innerhalb queerer Communitys ist Slut-Shaming eng mit Sexpositivität verknüpft: Wer sich gegen die Stigmatisierung von Sexualität einsetzt, wendet sich häufig auch gegen Slut-Shaming, etwa im Kontext von Sexarbeit, Polyamorie oder BDSM. Kritisiert wird zudem, dass Slut-Shaming besonders Bisexuelle, trans Frauen und Sexarbeiter*innen trifft, deren Sexualität ohnehin schon gesellschaftlicher Stigmatisierung ausgesetzt ist.