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Straight Pride

Buchstabe S 84 Begriffe
Straight Pride ist ein Gegenbegriff zu Pride, der seit den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren als konservative Reaktion auf queere Sichtbarkeit auftaucht. Erste Kundgebungen fanden Anfang der 1990er an US-amerikanischen Universitäten statt, etwa an der University of Massachusetts Amherst und am Mount Holyoke College, organisiert von der konservativen Studierendenorganisation Young Americans for Freedom. Inhaltlich speist sich die Bewegung meist aus religiös begründeter Ablehnung von Homosexualität und der Vorstellung, Heterosexualität sei an traditionelle, patriarchale Geschlechterrollen gebunden. Auch rechtsextreme Gruppierungen wie die White Aryan Resistance und der Ku-Klux-Klan haben Straight-Pride-Rhetorik übernommen, um sich gegen Pride-Veranstaltungen zu positionieren. Bekanntestes Beispiel der jüngeren Zeit ist die „Straight Pride Parade“ in Boston im August 2019, organisiert von der Gruppe Super Happy Fun America: Einigen hundert Teilnehmenden standen mehrere tausend Gegendemonstrierende gegenüber, 36 von ihnen wurden festgenommen. Auch 2025 gab es mit dem „Heterosexual Awesomeness Festival“ in Boise, Idaho, eine Neuauflage mit überschaubarer Beteiligung. LGBTQ+-Organisationen kritisieren Straight-Pride-Veranstaltungen durchgehend als Backlash-Taktik statt als Basisbewegung und verweisen auf die inhaltliche Nähe zu suprematistischer Rhetorik sowie das Risiko, queerfeindliche Gewalt zu befeuern.

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