Deadnaming bezeichnet die Handlung, eine trans oder nichtbinäre Person mit ihrem Deadname anzusprechen oder zu benennen – also mit dem Vornamen, den sie vor ihrer Transition getragen und inzwischen abgelegt hat. Während der Deadname selbst der frühere, nicht mehr verwendete Name ist, meint Deadnaming den aktiven Gebrauch dieses Namens gegenüber oder über die betroffene Person.
Das kann versehentlich geschehen, etwa aus Gewohnheit oder Unwissen, oder gezielt und aus transfeindlicher Absicht erfolgen – um jemanden bloßzustellen, nicht anzuerkennen oder gegen dessen Willen zu outen. Unabhängig von der Absicht empfinden Betroffene es häufig als verletzend und belastend, mit dem eigenen Deadname konfrontiert zu werden. Studien verbinden wiederholtes Deadnaming mit Angstgefühlen, Genderdysphorie und dem Gefühl fehlender Akzeptanz und Sicherheit; auf Dauer kann das zu chronischem Stress, Depressionen, einem niedrigeren Selbstwertgefühl und sogar Suizidgedanken beitragen.
Umgekehrt zeigen Untersuchungen, dass die konsequente Verwendung des selbstgewählten Namens die psychische Gesundheit trans Personen nachweislich verbessert und depressive Symptome sowie suizidale Gedanken reduziert. Deshalb gilt der bewusste Verzicht auf Deadnaming – etwa in Behörden, am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld – als einfache, aber wirksame Form von Respekt und Fürsorge. In Deutschland erleichtert das Selbstbestimmungsgesetz seit 2024 die offizielle Namensänderung und soll Deadnaming im Alltag dadurch seltener machen.