Das Informed-Consent-Modell (Modell der informierten Einwilligung) ist ein Ansatz in der geschlechtsangleichenden Gesundheitsversorgung, bei dem erwachsene Patient:innen nach ausführlicher Aufklärung über Wirkungen, Risiken und Alternativen selbst über den Beginn einer Hormontherapie entscheiden können – ohne dass zuvor verpflichtend ein psychiatrisches Gutachten oder eine längere Begutachtungsphase vorausgesetzt wird.
Der Ansatz steht damit im Gegensatz zum klassischen Gatekeeping-Modell, bei dem Fachpersonen aus Psychologie oder Psychiatrie zunächst eine Diagnose stellen und den Zugang zu medizinischer Transition freigeben müssen. Befürworter:innen des Informed-Consent-Modells sehen darin einen Weg, lange Wartezeiten zu verkürzen und Selbstbestimmung zu stärken; Kritiker:innen mahnen, dass eine begleitende psychosoziale Beratung dabei nicht verloren gehen dürfe. In der Praxis kombinieren viele Anlaufstellen heute Elemente beider Modelle.