Internalisierte Transfeindlichkeit beschreibt das Phänomen, dass trans und nichtbinäre Menschen gesellschaftliche Vorurteile gegen ihre eigene Gruppe verinnerlichen und gegen sich selbst richten. Sie äußert sich etwa in Scham über die eigene Geschlechtsidentität, im Zweifel an der eigenen Legitimität, im übermäßigen Bedürfnis nach Anpassung an binäre Geschlechternormen oder in ablehnenden Gefühlen gegenüber anderen trans Personen.
Das Konzept ist eng verwandt mit der internalisierten Homophobie und beschreibt einen ähnlichen psychologischen Mechanismus: Wer von klein auf in einer cisnormativen Umgebung aufwächst, übernimmt oft unbewusst deren Wertungen, auch wenn sie der eigenen Identität widersprechen. Internalisierte Transfeindlichkeit kann zu erhöhtem psychischem Leidensdruck, verzögertem Coming-out oder dem Aufschieben einer Transition beitragen. Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für trans Personen thematisieren das Phänomen häufig als einen von mehreren Bausteinen auf dem Weg zur Selbstakzeptanz.