Der Intersex Awareness Day wird jährlich am 26. Oktober begangen und erinnert an die erste öffentliche Demonstration intergeschlechtlicher Menschen in Nordamerika. Am 26. Oktober 1996 protestierten Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe „Hermaphrodites with Attitude“ gemeinsam mit Verbündeten der Gruppe Transexual Menace vor dem Tagungsort der American Academy of Pediatrics in Boston gegen nicht-einwilligungsfähige, medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen an intergeschlechtlichen Kindern.
Als eigener Aktionstag wurde der 26. Oktober erst 2003 etabliert: Die Aktivistinnen Betsy Driver und Emi Koyama einigten sich darauf, den Jahrestag der Boston-Demonstration künftig als Intersex Awareness Day zu begehen, um deren Anliegen dauerhaft sichtbar zu machen. Seit 2016 erkennt auch das US-Außenministerium den Tag offiziell an.
An dem Tag machen intergeschlechtliche Organisationen weltweit auf medizinische Selbstbestimmung, den Schutz vor nicht notwendigen Eingriffen im Kindesalter und die rechtliche Anerkennung intergeschlechtlicher Menschen aufmerksam. Er ergänzt den international breiter angelegten Intersex Day of Remembrance am 8. November und bildet gemeinsam mit diesem einen festen Bezugspunkt im Kalender intergeschlechtlicher Interessenvertretung.