Larry Kramer war ein US-amerikanischer Schriftsteller und AIDS-Aktivist, dessen Wut über das staatliche und gesellschaftliche Schweigen zur AIDS-Krise ihn zu einer der einflussreichsten und umstrittensten Figuren der amerikanischen Queer-Bewegung machte.
Er gehörte zu den Gründern der Gay Men's Health Crisis, einer der ersten Organisationen weltweit, die Beratung und Unterstützung für an AIDS erkrankte Menschen anboten. Weil ihm der vorsichtige, auf Zusammenarbeit mit Behörden setzende Kurs der Organisation nicht weit genug ging, verließ er sie wieder und gründete mit ACT UP eine Bewegung des direkten Protests, die durch spektakuläre Aktionen öffentlichen Druck auf Pharmaunternehmen und Zulassungsbehörden ausübte und so schnellere Zulassungsverfahren für AIDS-Medikamente erzwang.
Auch als Dramatiker verarbeitete er die Krise: Sein Theaterstück „The Normal Heart" schildert die frühen Jahre der Epidemie aus der Perspektive eines Aktivisten und gilt als eines der wichtigsten literarischen Zeugnisse dieser Zeit.