„Lawrence v. Texas“ ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom 26. Juni 2003. Verhandelt wurde der Fall der beiden Männer John Lawrence und Tyron Garner, die 1998 in einer Privatwohnung in Houston von der Polizei bei einvernehmlichem Sex angetroffen und nach einem texanischen „Sodomie“-Gesetz verhaftet worden waren. Solche Gesetze stellten gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen unter Strafe, auch wenn sie im Privaten und einvernehmlich stattfanden. Der Supreme Court entschied mit sechs zu drei Stimmen, dass derartige Gesetze gegen das verfassungsmäßige Recht auf Privatsphäre verstoßen, und erklärte sie damit landesweit für nichtig. Richter Anthony Kennedy schrieb in der Urteilsbegründung, den Klägern stehe „Respekt für ihr Privatleben“ zu. Das Urteil hob die frühere Entscheidung „Bowers v. Hardwick“ von 1986 auf, die entsprechende Gesetze noch für zulässig erklärt hatte, und gilt als eine der wichtigsten Weichenstellungen der US-amerikanischen Rechtsprechung zu LGBTQ+-Rechten. Es ebnete rechtlich den Weg für spätere Urteile wie „United States v. Windsor“ (2013) und „Obergefell v. Hodges“ (2015), die schließlich die gleichgeschlechtliche Ehe in den gesamten USA anerkannten.