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Marlene Dietrich

Marlene Dietrich, 1901 in Berlin geboren, wurde als Schauspielerin und Sängerin weltberühmt – und zu einer der ersten offen bisexuell lebenden Figuren des internationalen Showgeschäfts. Geprägt hat sie das liberale Berlin der Zwanzigerjahre, mit Nachtclubs wie dem Eldorado, wo Dragshows und queeres Nachtleben zum Alltag gehörten. In ihrem ersten Hollywoodfilm „Marokko“ (1930) trug sie Frack und Zylinder und küsste eine Frau auf den Mund – eine der ersten lesbischen Küsse im amerikanischen Tonfilm überhaupt. Verheiratet mit Rudolf Sieber, der über ihre Affären mit Männern und Frauen Bescheid wusste, führte Dietrich zeitlebens eine offene Beziehung. Enge Freundinnen und Liebhaberinnen bezeichnete sie intern als ihren „Sewing Circle“ – ein Codewort, das in Hollywood zum Synonym für Treffen queerer Frauen wurde. Mit androgynem Kleidungsstil, Hosenanzügen und einer öffentlichen Ambivalenz gegenüber starren Rollenbildern gilt sie bis heute als frühe Ikone queerer Sichtbarkeit im Film.

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