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Schwulenviertel

Buchstabe S 84 Begriffe

Als Schwulenviertel, auch Lesben- und Schwulenviertel oder englisch Gay Village, gelten Stadtviertel mit einer ausgeprägten lesbisch-schwulen Subkultur. Typisch sind ein hoher Anteil schwuler und lesbischer Bewohnerinnen und Bewohner und eine darauf ausgerichtete Infrastruktur: Bars, Clubs, Saunen, Restaurants, Beratungszentren und Buchhandlungen. Die Forschung behandelt sie vor allem in den Queer Studies und in der Stadtforschung.

Für Außenstehende erkennbar wurden solche Viertel in den westlichen Industriestaaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, entstanden sind sie Jahrzehnte früher. Vor der Lesben- und Schwulenbewegung waren sie kaum bekannt, auch wegen der Strafverfolgung; sie bildeten sich in Nischen großer Städte. Der Historiker George Chauncey beschreibt die Bowery in New York um 1900 als solche Nische, die bis in die 1920er Jahre von Harlem und Greenwich Village abgelöst wurde. Marc Stein beschreibt für Philadelphia Konzentrationen von Lesben und Schwulen in den 1940er bis 1960er Jahren, mit eigenem Wohnraum, Gewerbe und öffentlichem Raum.

In Berlin gehört die Gegend um Nollendorfplatz und Motzstraße dazu, die Klaus Mann und Christopher Isherwood literarisch beschrieben haben. In New York erinnert in Christopher Park das Gay Liberation Monument an den Stonewall-Aufstand von 1969. In Chicago und Philadelphia markieren Straßenschmuck und Straßenschilder mit Regenbogen solche Viertel.

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