Serodiskordant nennt man eine Partnerschaft, in der ein Teil HIV-positiv und der andere HIV-negativ ist. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen discordare („nicht übereinstimmen“) und „sero-“ für den Blutstatus zusammen und beschreibt damit ausschließlich den unterschiedlichen HIV-Status der Partner*innen – nichts sonst über die Beziehung.
Im gemeinsamen Alltag besteht für den HIV-negativen Teil keinerlei Übertragungsrisiko: Gemeinsames Wohnen, Umarmen oder Küssen überträgt das Virus nicht. Auch beim Sex lässt sich das Risiko heute zuverlässig auf praktisch null senken, entweder durch eine wirksame HIV-Therapie der positiven Person (siehe U=U) oder durch PrEP für den negativen Teil.
Vor der Einführung dieser medizinischen Möglichkeiten prägte die Angst vor Übertragung viele serodiskordante Beziehungen und wurde in der Aidshilfe-Beratung ausführlich thematisiert. Heute liegt der Schwerpunkt der Beratung eher auf offener Kommunikation über Status und Schutzmaßnahmen als auf der Risikoabwehr selbst – ein Wandel, der auch zeigt, wie stark medizinischer Fortschritt gesellschaftliche Ängste verändern kann.