Den Begriff Transmisogynie prägte die Autorin Julia Serano 2007 in ihrem Buch „Whipping Girl“. Er beschreibt eine eigenständige Form von Diskriminierung, die trans Frauen und transfeminine Personen an der Schnittstelle von zwei Vorurteilen trifft: der Abwertung alles Weiblichen und der Ablehnung von Geschlechtsidentitäten, die von der Zuweisung bei der Geburt abweichen.
Nach Seranos Analyse zeigt sich Transmisogynie etwa dort, wo Witze fast ausschließlich über „Männer in Frauenkleidern“ gemacht werden, oder dort, wo Gewalt gegen trans Personen überproportional trans Frauen trifft – Studien beziffern deren Anteil an tödlicher Gewalt gegen trans Menschen auf rund 90 Prozent. Auch die Sexualisierung und Fetischisierung trans weiblicher Körper in Medien zählt Serano dazu.
Der Begriff unterscheidet sich damit bewusst von einer allgemeinen Transfeindlichkeit, weil er erklärt, warum trans Männer und trans Frauen in Gesellschaft und Medien oft sehr unterschiedlich behandelt werden.