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Turner-Syndrom

Das Turner-Syndrom, auch Ullrich-Turner-Syndrom genannt, ist eine angeborene Chromosomenbesonderheit, bei der eines der beiden X-Chromosomen bei genetisch weiblichen Personen ganz oder teilweise fehlt. Es betrifft ausschließlich Personen mit XX-Karyotyp und kommt bei etwa einem von 2000 bis 2500 weiblich geborenen Kindern vor. Typische körperliche Merkmale sind Kleinwuchs, eine verzögerte oder ausbleibende Pubertät sowie eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke, die häufig zu Unfruchtbarkeit führt. Die Ausprägung variiert stark: Manche Betroffene haben kaum sichtbare Merkmale, andere zusätzlich Herz- oder Nierenfehlbildungen. Behandelt wird meist mit Wachstumshormonen im Kindesalter und einer Hormonersatztherapie ab der Pubertät, um die Geschlechtsentwicklung zu unterstützen. Das Turner-Syndrom zählt zu den Varianten der Geschlechtsentwicklung, die unter dem Oberbegriff Intergeschlechtlichkeit beziehungsweise Intersexualität zusammengefasst werden. Wie andere intergeschlechtliche Varianten wurde es lange vor allem medizinisch-defizitorientiert betrachtet, mit dem Ziel, Körper an eine binäre Norm anzupassen. Selbstorganisationen intergeschlechtlicher Menschen kritisieren das und fordern Selbstbestimmung über medizinische Eingriffe sowie eine wertfreie Aufklärung. Nicht alle Menschen mit Turner-Syndrom identifizieren sich als intergeschlechtlich; die Selbstbezeichnung ist individuell verschieden. Der Name geht auf den US-amerikanischen Endokrinologen Henry Turner zurück, der das Syndrom 1938 beschrieb, sowie unabhängig davon auf den deutschen Kinderarzt Otto Ullrich.

Verwandte Begriffe

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