Kurt Krieger, Gründer und Inhaber der Möbelkette Höffner, hat 2024 insgesamt 18.000 Euro an die AfD gespendet, ein Großteil davon an den Kreisverband Chemnitz. Anfang 2026 wurde zudem bekannt, dass auch eine Führungskraft des Unternehmens eine Spende in gleicher Höhe an die rechtsextreme Partei überwiesen hatte. Möbel Höffner betreibt 28 Einrichtungshäuser in Deutschland und setzt jährlich mehr als zwei Milliarden Euro um.
Ursprünglich wollte das Unternehmen mit einem eigenen Wagen beim Christopher Street Day in Berlin 2026 mitfahren. Nach öffentlicher Kritik zog Höffner die Teilnahme zurück. Die CSD-Organisatoren begründeten die Entscheidung gegenüber dem Tagesspiegel damit, dass die Werte der Veranstaltung – „Vielfalt, Respekt, Gleichberechtigung und Zusammenhalt“ – nicht durch die Debatte um die Spenden überschattet werden sollten.
Krieger selbst weist eine rechtsextreme Gesinnung von sich, räumt aber ein, an den Positionen der AfD sei „nicht alles falsch“. Gleichzeitig betont der 78-Jährige, sein Unternehmen sei politisch neutral. Ein möglicher Zusammenhang: 2023 hatte Krieger ein früheres Galeria-Kaufhof-Gebäude in Chemnitz übernommen. Anfang 2025 stimmte der Stadtrat – auch mit Stimmen der AfD – über für ihn finanziell vorteilhafte Mietbedingungen ab.
Der Berliner CSD hatte Höffners Teilnahme zunächst genehmigt und dabei auf das langjährige Engagement des Unternehmens für queere Veranstaltungen wie „Künstler gegen Aids“ und die „Gay Night im Zoo“ verwiesen – während man sich vom Spendenverhalten der Geschäftsführung distanzierte. Einen Präzedenzfall gibt es bereits: Die Partei BSW war zuvor wegen dokumentierter Transfeindlichkeit von der Teilnahme ausgeschlossen worden.
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