In der Provinz Trient hat die Polizei einen 17-jährigen Neonazi wegen Terrorverdachts festgenommen. Zu seinen möglichen Opfern zählten laut Ermittlern ausdrücklich queere Menschen. Die Tat stand nach Polizeiangaben unmittelbar bevor.
Bild: KI-generiert · Illustration
In Norditalien ist ein 17-Jähriger aus der Neonazi-Szene wegen Terrorverdachts verhaftet worden. Bei dem Jugendlichen in der Provinz Trient fand die Polizei selbstgebaute Waffen und rechtsradikales Material, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Behörden meldete. Die Festnahme übernahm eine Sondereinheit zur Terrorismusbekämpfung.
Die Ermittler waren nach eigenen Angaben schon im Herbst 2025 auf den Jugendlichen aufmerksam geworden, bei Untersuchungen in rechtsextremen Online-Netzwerken. Dort fiel er durch eine stark ausgeprägte rechtsextreme Ideologie und Gewaltbereitschaft auf. Als mögliche Opfer nannte die Polizei jüdische Menschen, Einwanderer, Vertreter des Staates und insbesondere Homosexuelle und andere queere Menschen.
In Online-Foren soll er sich wiederholt auf rechtsextreme Massenmörder bezogen und Tötungsaufrufe geteilt haben, die sich gezielt gegen queere Menschen und andere Minderheiten richteten. In seiner Wohnung entdeckten die Beamten Armbrüste, Messer und Macheten sowie Hakenkreuz-Fahnen und Zeichnungen rassistischer Symbole. Auf seinem Smartphone fanden sie Anleitungen für Terroranschläge, Handbücher zur Nutzung von Schusswaffen und eine Liste tödlicher Gifte.
Die Behörden mussten offenbar schnell handeln: Die Planung von Gewalttaten sei weit fortgeschritten gewesen, die Polizei sprach von einer „unmittelbar bevorstehenden Tatbegehung“.
Bereits in der Woche zuvor hatten Carabinieri und Staatspolizei in 13 Provinzen gleichzeitig Razzien bei 17 Verdächtigen durchgeführt, darunter 14 Minderjährige. Der Verdacht lautete auf rechtsterroristische Aktivitäten und verfassungsfeindliche Propaganda. Sichergestellt wurden Hieb- und Stichwaffen, Schlagringe, nationalsozialistische und faschistische Devotionalien sowie Anleitungen zum Bombenbau und für Fahrzeugattacken.
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