Die Band Alphaville lehnt trotz Entschuldigung des Veranstalters eine Rückkehr zum Festival Glücksgefühle ab – während andere Acts dort offen gegen die AfD auftraten.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die New-Wave-Band Alphaville hat eine Wiedereinladung zum Musikfestival Glücksgefühle am Hockenheimring abgelehnt, obwohl sich Veranstalter Markus Krampe öffentlich entschuldigt hatte. Ausgangspunkt des Streits war ein Auftrittsverbot für politische Äußerungen von der Bühne, gegen das sich die Band um Frontmann Marian Gold gewehrt hatte – sie sah darin einen Eingriff in Rede- und Kunstfreiheit.
Nach öffentlichen Protesten lud Krampe die Band zurück ein. Alphaville lehnte jedoch ab: Das Vertrauensverhältnis sei durch die ursprüngliche Vorgabe „irreparabel gestört“, eine Entschuldigung ändere daran nichts. Die Gage für den ausgefallenen Auftritt will die Band spenden, an welche Organisation, ist noch offen.
Beim viertägigen Festival, zu dem laut Veranstalterangaben rund 250.000 Menschen kamen, positionierten sich zahlreiche andere Künstler*innen deutlich gegen Rechtsextremismus. No Angels traten in T-Shirts mit der Aufschrift „FCK AFD“ auf und forderten das Publikum auf, vor der Wahl „das Kleingedruckte“ der Parteiprogramme zu lesen. Felix Jaehn spielte einen Song gegen die AfD und nannte den Auftritt „die politische Veranstaltung“. Culcha Candela bezeichnete Glücksgefühle inzwischen als „das politischste Festival Deutschlands“, während Zartmann seine Bühnenzeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Sexismus nutzte.
Was als unpolitisches Familienfestival geplant war, wurde damit zu einem der deutlichsten kollektiven Bekenntnisse großer deutscher Popmusik gegen die AfD in diesem Jahr.
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