Adrienne Rich, geboren 1929 in Baltimore und gestorben 2012 in Santa Cruz, war Lyrikerin, Essayistin und eine prägende Stimme der lesbisch-feministischen Bewegung in den USA. Für ihren Gedichtband „Diving Into the Wreck“ erhielt sie 1974 den National Book Award; ihr Essay „Of Woman Born“ (1976) untersucht Mutterschaft als gesellschaftliche Institution.
Besondere Bedeutung für queere Theoriebildung hat ihr 1980 erschienener Essay „Compulsory Heterosexuality and Lesbian Existence“. Darin beschreibt Rich Heterosexualität nicht als freie Wahl, sondern als gesellschaftlich erzwungene Norm, die lesbisches Begehren systematisch unsichtbar macht. Der Begriff der „Zwangsheterosexualität“ gehört seither zum Grundvokabular feministischer und queerer Theorie.
1981 zeichnete die National Gay Task Force sie mit dem Fund for Human Dignity Award aus. 1997 lehnte Rich die National Medal of Arts ab – aus Protest gegen eine Kulturpolitik, die sie für unvereinbar mit den Werten der Kunst hielt.