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Anita Bryant

Anita Bryant war eine US-amerikanische Sängerin und Schönheitskönigin, die 1977 zur zentralen Figur einer der ersten großen organisierten Gegenbewegungen gegen queere Bürgerrechte in den USA wurde. Als der Bezirk Miami-Dade in Florida eine Antidiskriminierungsverordnung für sexuelle Orientierung verabschiedete, gründete Bryant die Kampagne „Save Our Children“ (Rettet unsere Kinder), um die Verordnung per Volksabstimmung wieder zu kippen. Die Kampagne arbeitete mit dem unbelegten Vorwurf, schwule Männer würden Kinder sexuell gefährden oder gezielt „rekrutieren“, um sich fortzupflanzen. Mit dieser Rhetorik gelang es Bryant, die Verordnung im Juni 1977 mit deutlicher Mehrheit kippen zu lassen. Der Erfolg wirkte über Florida hinaus: In mehreren US-Bundesstaaten wurden ähnliche Verordnungen zurückgenommen oder neue Verbote erlassen, etwa gegen Lehrkräfte, die offen homosexuell lebten. Gleichzeitig löste die Kampagne eine Welle an Gegenprotesten und queerem Aktivismus aus. Bars boykottierten Bryants Werbeprodukte, landesweit bildeten sich neue Bürgerrechtsgruppen, und Bryant wurde selbst zur Zielscheibe von Protesten, etwa als ihr bei einer Pressekonferenz eine Torte ins Gesicht geworfen wurde. Ihre Karriere als Werbegesicht und Sängerin nahm durch den Boykott erheblichen Schaden. „Save Our Children“ gilt heute als Vorlage für spätere Kampagnen, die queere Rechte unter dem Vorwand des Kinderschutzes bekämpfen.

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