Aromantisch beschreibt Menschen, die keine oder nur sehr wenig romantische Anziehung gegenüber anderen empfinden. Der Begriff bezieht sich auf romantische Gefühle und ist unabhängig von der sexuellen Orientierung zu betrachten: Aromantische Menschen können sexuelle Anziehung erleben, müssen es aber nicht – beides variiert unabhängig voneinander.
Wie viele Identitäten innerhalb der queeren Community wird auch Aromantik als Spektrum verstanden. Manche aromantische Menschen empfinden nie romantische Anziehung, andere nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa nach einer engen emotionalen Bindung (demiromantisch) oder selten und schwach ausgeprägt (grauromantisch). Das Fehlen romantischer Anziehung bedeutet zudem nicht, dass aromantische Menschen keine engen Beziehungen führen möchten: Freundschaften, queerplatonische Partnerschaften oder familiäre Bindungen können für sie ebenso bedeutsam sein wie romantische Beziehungen für andere Menschen.
Der Begriff wird oft gemeinsam mit „asexuell“ genannt, weil beide Spektren gesellschaftlich verbreitete Annahmen über Anziehung infrage stellen. Sie bezeichnen jedoch unterschiedliche Dimensionen zwischenmenschlicher Anziehung und schließen sich nicht gegenseitig aus.