Bi+ ist ein Sammelbegriff für Menschen, die sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen, ohne sich notwendigerweise als bisexuell zu bezeichnen. Darunter fallen unter anderem pansexuelle, omnisexuelle, polysexuelle und fluide Identitäten sowie Personen, die sich schlicht als "bi" verstehen, ohne eine engere Kategorie für sich zu beanspruchen.
Der Begriff entstand aus der Kritik, dass "bisexuell" im engeren Wortsinn nur zwei Geschlechter suggeriert und damit die Vielfalt nichtmonosexueller Identitäten unzureichend abbildet. Bi+ soll diese Bandbreite sichtbar machen, ohne einzelne Bezeichnungen gegeneinander auszuspielen oder eine davon als Norm zu setzen.
In der Community-Arbeit wird Bi+ häufig verwendet, um Statistiken, Studien oder Angebote zusammenzufassen, die mehrere nichtmonosexuelle Gruppen gemeinsam betreffen - etwa bei Fragen zu Diskriminierungserfahrungen, Gesundheitsversorgung oder Sichtbarkeit. Bi+-Personen berichten in Studien überdurchschnittlich häufig von Bi-Erasure, also der Unsichtbarmachung ihrer Identität sowohl in heterosexuellen als auch in schwul-lesbisch geprägten Räumen.