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Bowers v. Hardwick

Bowers v. Hardwick war ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, mit dem ein Sodomie-Gesetz des Bundesstaats Georgia für verfassungsgemäß erklärt wurde. Grundlage war der Fall eines Mannes, der von der Polizei bei einer einvernehmlichen sexuellen Handlung mit einem anderen Mann in seiner eigenen Wohnung angetroffen worden war und daraufhin gegen das Gesetz klagte, das solche Handlungen unter Strafe stellte.

Mit knapper Mehrheit entschied das Gericht, dass sich aus dem verfassungsrechtlich geschützten Recht auf Privatsphäre kein Recht auf einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen ableiten lasse. Die Entscheidung bestätigte damit die Strafbarkeit gleichgeschlechtlicher Sexualität in zahlreichen US-Bundesstaaten und wurde von Bürgerrechtsorganisationen scharf kritisiert, da sie die rechtliche Diskriminierung queerer Menschen über Jahre hinweg zementierte.

Erst rund siebzehn Jahre später wurde das Urteil durch die Entscheidung Lawrence v. Texas ausdrücklich aufgehoben, in der der Oberste Gerichtshof die Kriminalisierung einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sexualität für verfassungswidrig erklärte. Bowers v. Hardwick gilt seither als Lehrbuchbeispiel dafür, wie höchstrichterliche Rechtsprechung queerfeindliche Diskriminierung rechtlich absichern kann, und wird häufig im Kontrast zu späteren Fortschritten wie Lawrence v. Texas und Obergefell v. Hodges diskutiert.

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