Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts, die die Bundesrepublik Deutschland am 27. Oktober 2011 auf Betreiben des Bundesministeriums der Justiz errichtet hat. Sie erinnert an den Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, der 1897 das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee gründete und mit seinem Institut für Sexualwissenschaft die erste Beratungsstelle für homosexuelle und trans Menschen in Deutschland aufbaute, bevor die Nationalsozialisten sein Werk 1933 zerstörten.
Die Stiftung fördert Forschungs- und Bildungsprojekte zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt aus sozial-, gesundheits-, politik- und kulturwissenschaftlicher sowie sexualwissenschaftlicher und psychologischer Perspektive. Sie vergibt Stipendien und Fördermittel, unterstützt Aufklärungsarbeit gegen Diskriminierung von Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen und macht Hirschfelds Geschichte und die Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus öffentlich sichtbar. Sitz der Stiftung ist Berlin.
Von anderen Einrichtungen mit ähnlichem Namensbezug unterscheidet sie sich dadurch, dass sie eine eigenständige, vom Bund getragene öffentlich-rechtliche Institution mit Förderauftrag ist – anders als etwa Hirschfelds historisches Institut für Sexualwissenschaft, das ein privat getragenes Forschungs- und Beratungsinstitut der Weimarer Zeit war.