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Castro Clone

Der Begriff Castro Clone bezeichnet einen Kleidungs- und Körperstil, der sich vor allem im Castro-Viertel von San Francisco unter schwulen Männern verbreitete und zu einer der ersten breit erkennbaren schwulen Ästhetiken wurde. Charakteristisch waren enge Jeans, Flanellhemden, Lederjacken, klassische Schnurrbärte und ein insgesamt betont männlich-arbeiterhafter Look, der sich an Berufsbildern wie Bauarbeitern oder Truckern orientierte.

Einen bewussten Bruch mit den als effeminiert wahrgenommenen Bildern von Schwulen aus früheren Jahrzehnten markierte der Stil. Statt sich von gesellschaftlichen Männlichkeitsvorstellungen abzugrenzen, eigneten sich Anhänger dieser Subkultur klassische Symbole von Männlichkeit an und stellten sie zugleich selbstbewusst und sichtbar zur Schau. Verstärkt wurde die Verbreitung des Looks durch schwule Zeitschriften, die entsprechende Bildwelten überregional bekannt machten.

Eng mit dem wachsenden Selbstbewusstsein und der zunehmenden Sichtbarkeit schwuler Communitys nach den Stonewall-Unruhen verbunden war der Castro-Clone-Stil als Subkultur. Mit dem Beginn der Aids-Krise verlor die Ästhetik an Prägekraft, wirkt aber bis heute in Elementen der Bear- und Leather-Subkulturen sowie in gegenwärtigen Moden schwuler Männlichkeit nach.

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