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Charlotte von Mahlsdorf

Charlotte von Mahlsdorf, geboren am 18. März 1928 in Berlin als Lothar Berfelde, war eine deutsche trans Frau, Museumsgründerin und Chronistin queeren Lebens in Ost-Berlin. Ihre Liebe zur Wohnkultur der Gründerzeit entdeckte sie als Kind bei ihrem Großonkel Josef Brauner. 1958 begann sie, das vom Abriss bedrohte Gutshaus Mahlsdorf zu bewahren, und eröffnete dort 1960 ihr Gründerzeitmuseum, das sie bis in die 1990er Jahre führte.

Auch unter den Bedingungen der DDR, die Homosexualität und geschlechtliche Nonkonformität nicht offen duldete, lebte Charlotte von Mahlsdorf öffentlich als Frau und machte ihr Haus zu einem inoffiziellen Treffpunkt der Ost-Berliner queeren Szene, unter anderem für eine heimliche Lesbenbar im Keller. 1989 veröffentlichte sie ihre Autobiografie „Ich bin meine eigene Frau“, die Rosa von Praunheim 1992 verfilmte. Im selben Jahr erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

1997 emigrierte sie nach einem Überfall von Neonazis auf ihr Anwesen nach Schweden, wo sie ein neues Museum zur Wohnkultur der Jahrhundertwende aufbaute. Sie starb 2002 überraschend bei einem Besuch in Berlin. Das Gründerzeitmuseum in Mahlsdorf besteht bis heute als Erinnerungsort.

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