Demigender beschreibt eine nicht-binäre Geschlechtsidentität, bei der sich eine Person nur teilweise mit einem bestimmten Geschlecht verbunden fühlt. Der übrige Teil der Identität bleibt undefiniert, nicht-binär oder ist mit keinem Geschlecht verknüpft (agender). Zwei gebräuchliche Unterformen sind Demi-Boy beziehungsweise Demi-Man für eine teilweise männliche Identität und Demi-Girl beziehungsweise Demi-Woman für eine teilweise weibliche Identität. Eine weitere Variante ist Demiflux: Hier bleibt ein nicht-binärer Kern stabil, während andere Geschlechtsempfindungen in ihrer Intensität schwanken.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Demisexualität. Beide Begriffe teilen das Präfix „Demi" (lateinisch für „halb"), meinen aber Unterschiedliches: Demisexualität betrifft die sexuelle Orientierung, Demigender die Geschlechtsidentität. Auch zu Genderfluid gibt es einen Unterschied – wer genderfluid ist, erlebt wechselnde Geschlechtsidentitäten, während Demigender einen stabilen, aber nur teilweise ausgeprägten Bezug zu einem Geschlecht beschreibt.
Wie viele Begriffe des nicht-binären Spektrums stammt Demigender aus Online-Communitys, die seit den 2010er-Jahren Sprache für Geschlechtserfahrungen jenseits von Mann und Frau entwickelt haben, die zuvor kaum benannt werden konnten.