Dykes on Bikes ist eine Vereinigung lesbischer Motorradfahrerinnen. Sie entstand 1976 in San Francisco und wurde Ende der 1980er Jahre formell organisiert. Traditionell fahren die Bikerinnen an der Spitze von Pride-Paraden und begleiten andere LGBT-Veranstaltungen. Neben der politischen Arbeit zählen Motorradbegeisterung, Freizeit und Kontaktpflege. Nach Angaben von 2018 gab es Ortsgruppen, „Chapter“ genannt, in den USA, Australien und Europa.
Der Name geht auf die Pride-Parade von 1976 zurück. Eine Gruppe Motorradfahrerinnen fuhr erstmals als Gruppe mit und wurde aus logistischen Gründen an die Spitze gesetzt, damit die Motorräder nicht zwischen den langsameren Fußgruppen fahren mussten. Eine Fahrerin sagte, es handele sich um „Dykes on Bikes“, und der San Francisco Chronicle griff das auf. „Dyke“ war ursprünglich ein Schimpfwort für burschikose oder androgyne Frauen. Im Rahmen der Pride-Bewegung eigneten sich Lesben das Wort als selbstbewusste Bezeichnung wieder an.
Mitte bis Ende der 1980er Jahre wurde aus der informellen Gruppe das formal organisierte Women’s Motorcycle Contingent. Der Name sollte auch andere queere Frauen einbeziehen, im Alltag blieb es bei Dykes on Bikes. Als besonders wichtig für die Entwicklung gilt die Aktivistin Soni Wolf. In manchen Paraden fahren bis zu 400 Dykes on Bikes mit. In Deutschland gibt es seit 2010 einen Club in Hamburg und seit 2021 ein offiziell gelistetes Chapter, Rhein-Weser.