Gertrude Stein (1874–1946) war eine US-amerikanische Schriftstellerin, die den Großteil ihres Lebens in Paris verbrachte. Ihr Salon in der Rue de Fleurus wurde zu einem Treffpunkt der literarischen und künstlerischen Avantgarde, dort verkehrten unter anderem Pablo Picasso, Ernest Hemingway und Henri Matisse. Stein experimentierte in Werken wie „Tender Buttons“ mit Sprache, Wiederholung und Struktur und gilt als eine der prägenden Figuren der literarischen Moderne.
Seit 1907 lebte Stein mit ihrer Partnerin Alice B. Toklas zusammen, mit der sie bis zu ihrem Tod eine Beziehung führte, die sie öffentlich nie explizit benannte, aber auch nicht verbarg. In ihrem Werk „The Autobiography of Alice B. Toklas“ erzählte Stein augenzwinkernd ihr eigenes Leben aus der Perspektive ihrer Partnerin. Die gemeinsame Wohnung des Paares gilt heute als frühes Beispiel gelebter lesbischer Partnerschaft in einer Zeit, in der Homosexualität in weiten Teilen Europas strafbar war.