Harry Hay war ein US-amerikanischer Aktivist, der als Gründer der Mattachine Society gilt, einer der ersten dauerhaft bestehenden homophilen Organisationen der USA. Aus seiner Erfahrung in der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung entwickelte er die Idee, homosexuelle Menschen als eine unterdrückte Minderheit mit eigenen Interessen zu organisieren – zu einer Zeit, in der Homosexualität gesellschaftlich geächtet und strafrechtlich verfolgt wurde.
Die von ihm mitgegründete Organisation arbeitete zunächst in geheimen Zellenstrukturen, um ihre Mitglieder zu schützen, und legte damit einen frühen Grundstein für die spätere Schwulen- und Lesbenbewegung in den USA. Später initiierte Hay die Radical-Faeries-Bewegung, eine spirituell geprägte Gemeinschaft queerer Männer.