Ein House ist in der Ballroom-Kultur eine selbstgewählte Familienstruktur, die sich um eine „Mother" oder einen „Father" als Bezugsperson organisiert und deren Mitglieder einen gemeinsamen Nachnamen tragen, etwa das House of Xtravaganza oder das House of LaBeija. Houses entstanden ab den 1970er-Jahren in den Schwarzen und lateinamerikanischen queeren Communitys New Yorks, oft als Ersatz oder Ergänzung für Herkunftsfamilien, die ihre queeren oder trans Mitglieder verstoßen hatten. Sie bieten emotionalen Rückhalt, praktische Unterstützung etwa bei Wohnungssuche oder Coming-out und trainieren gemeinsam für die Auftritte bei Balls, den Wettbewerben der Ballroom-Szene. Die Struktur der Houses verbindet damit Elemente von Wahlfamilie, Mentoring und künstlerischem Kollektiv. Bis heute bestehen viele historische Houses fort und prägen die internationale Ballroom- und Kiki-Szene, die sich mittlerweile auch in europäischen Städten wie Berlin, Paris oder Amsterdam etabliert hat.