Housemother und Housefather bezeichnen eine zentrale Rolle innerhalb eines „House“ in der Ballroom-Kultur. Sie leiten die Wahlfamilie, vergeben den gemeinsamen Nachnamen an neue Mitglieder und übernehmen Verantwortung für deren Wohlergehen – vom Auftrittscoaching bei Balls bis zu emotionaler und mitunter materieller Unterstützung im Alltag.
Viele Mitglieder eines House sind junge queere Menschen, die von ihrer Herkunftsfamilie verstoßen wurden oder aus anderen Gründen kein tragfähiges familiäres Netz haben. Diese Lücke füllen Housemother und Housefather oft ganz bewusst aus. Übernommen wird die Rolle meist von erfahrenen, in der Szene angesehenen Mitgliedern, deren Status sich über Jahre durch Erfolge bei Balls und durch Anerkennung innerhalb der Community aufgebaut hat. Einem breiteren Publikum bekannt wurde das Konzept unter anderem durch die Dokumentation „Paris Is Burning“ und die Serie „Pose“.