Matthew Shepard war ein junger Student aus Wyoming, dessen brutale Ermordung zu einem der bekanntesten Fälle homophober Gewalt in den USA wurde. Zwei Männer lockten ihn aus einer Bar, folterten ihn stundenlang und ließen ihn an einem Weidezaun gefesselt zurück, wo er schwerverletzt gefunden wurde und wenige Tage später starb. Der Fall erregte landesweites Aufsehen, weil er schonungslos zeigte, wie ungeschützt queere Menschen vor Hasskriminalität waren – bis dahin kannte das amerikanische Recht sexuelle Orientierung als Tatmotiv für Hassverbrechen kaum.
Shepards Tod löste eine jahrelange Kampagne seiner Eltern und zahlreicher Organisationen aus, die schließlich in einem eigenen Bundesgesetz mündete: Es erweiterte den strafrechtlichen Schutz ausdrücklich auf Gewalttaten aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Sein Name steht seither stellvertretend für den Kampf um rechtliche Anerkennung queerer Opfer von Gewalt und wird in Gedenkveranstaltungen, Theaterstücken und Dokumentationen immer wieder aufgegriffen – als Mahnung, wie schnell Vorurteil in tödliche Gewalt umschlagen kann, und als Beleg dafür, dass gesetzlicher Schutz oft erst nach einer Tragödie durchsetzbar wird.