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Medical Gatekeeping

Medical Gatekeeping bezeichnet ein Versorgungsmodell, bei dem Ärzt:innen oder Therapeut:innen den Zugang zu geschlechtsangleichenden Behandlungen wie Hormontherapie oder Operationen an strenge Voraussetzungen knüpfen, etwa an eine bestimmte Diagnosedauer, psychotherapeutische Gutachten oder den Nachweis, seit längerem im gewünschten Geschlecht zu leben. Historisch entstand das Modell in den 1950er-Jahren, als Mediziner:innen versuchten, „echte“ von vermeintlich „unechten“ trans Personen zu unterscheiden, um Behandlungen nur an Erstere zu vergeben. Kritiker:innen bemängeln, dass Gatekeeping Betroffene entmündigt, Behandlungen unnötig verzögert und psychisch belastet, ohne die Versorgung nachweislich sicherer zu machen. Als Alternative setzt sich international zunehmend das Modell der informierten Einwilligung durch, bei dem volljährige Patient:innen nach ausführlicher Aufklärung selbst über eine Behandlung entscheiden, ohne vorab ein psychiatrisches Gutachten vorlegen zu müssen. Die aktuellen Standards of Care (Version 8) der Fachgesellschaft WPATH empfehlen diesen Wandel weg vom reinen Gatekeeping-Modell, auch wenn viele Gesundheitssysteme – darunter auch das deutsche – weiterhin an gutachtenbasierten Verfahren festhalten.

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