Waria ist ein indonesischer Begriff für Personen, die bei der Geburt männlich zugeordnet wurden und als Frauen leben – zusammengesetzt aus den indonesischen Wörtern für „Frau" (wanita) und „Mann" (pria). Waria bilden seit Jahrzehnten eine sichtbare, eigenständige Gemeinschaft in Indonesien, mit eigenen sozialen Strukturen, Schönheitssalons, Gesangswettbewerben und teils auch religiösen Räumen, etwa Koranschulen speziell für Waria.
Rechtlich und gesellschaftlich bewegen sich Waria in einem Spannungsfeld: Einerseits sind sie im indonesischen Alltag lange präsent und in Teilen der Popkultur sichtbar, andererseits nehmen Diskriminierung, religiös begründete Anfeindungen und Gewalt gegen sie in den vergangenen Jahren zu. International wird Waria häufig neben Begriffen wie Hijra, Fa'afafine oder Muxe genannt, um zu zeigen, dass Geschlechtervielfalt jenseits eines binären Systems in vielen Kulturen eine lange eigene Tradition hat – unabhängig von westlichen Konzepten wie „trans" oder „non-binär".