Das Bundeskriminalamt zählt für 2025 einen deutlichen Anstieg queerfeindlicher Hassdelikte. Ein Städtevergleich zeigt: Die Entwicklung verläuft von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich.
Bild: KI-generiert · Illustration
2.377 queerfeindliche Hassdelikte hat das Bundeskriminalamt für das Jahr 2025 in Deutschland registriert – ein Anstieg von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit gehört die Kategorie zu den wenigen Bereichen politisch motivierter Kriminalität, die weiter zunimmt, während die Gesamtzahl mit rund 19.484 Fällen stabil blieb.
Wie ungleich sich die Entwicklung über das Land verteilt, zeigt ein Städtevergleich der Plattform Erobella, die direkt bei örtlichen Polizeipressestellen nachgefragt hat. Bremen meldet die deutlichste Verschärfung: Die Fallzahlen stiegen von 26 auf 60 und haben sich damit mehr als verdoppelt. Berlin verzeichnet dagegen einen Rückgang um 6 Prozent, bleibt mit weitem Abstand aber die Stadt mit den meisten Fällen – dreimal so viele wie Hamburg, sechsmal so viele wie Köln. Hamburg und Köln wiederum melden zweistellige Zuwachsraten, Nürnberg einen leichten Rückgang. Stuttgart und Dortmund beteiligten sich nicht an der Befragung.
Der Städtevergleich hat einen wunden Punkt: Eine bundesweit einheitliche, kommunal aufgeschlüsselte Statistik existiert nicht, jede Stadt zählt nach eigenen Maßstäben. Community-Organisationen gehen zudem davon aus, dass rund neun von zehn Fällen nie angezeigt werden – aus Misstrauen gegenüber Behörden oder aus Furcht vor diskriminierender Behandlung. Die gemeldeten Zahlen dürften damit nur einen Bruchteil der tatsächlichen Vorfälle abbilden.
Ein beträchtlicher Teil der erfassten Delikte spielt sich laut BKA im Netz ab. Rechtsextreme Gruppen mobilisieren nach Beobachtung der Behörde zunehmend gezielt gegen queere Menschen – ein Befund, der sich mit Berichten aus anderen europäischen Ländern deckt, wo Online-Hetze zunehmend als Vorstufe realer Gewalt gilt.
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