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Meta zahlt mindestens 29 Accounts mit anti-queerer Rhetorik

Medien & Repräsentation

Eine Recherche von Uncloseted Media und The 19th zeigt, dass Metas Monetarisierungsprogramm für Facebook-Inhalte 29 Accounts mit anti-LGBTQ-Geschichte aufgenommen hat, darunter Libs of TikTok und Turning Point USA.

Meta zahlt mindestens 29 Accounts mit anti-queerer Rhetorik

Bild: KI-generiert · Illustration

Meta bezahlt Accounts mit anti-queerer Vorgeschichte für ihre Facebook-Beiträge. Uncloseted Media hat in Zusammenarbeit mit The 19th mindestens 29 solcher Accounts im Programm „Facebook Content Monetization“ gefunden, so die Autorin Hope Pisoni; der Washington Blade hat den Text übernommen. Genannt werden unter anderem Libs of TikTok, StoneToss, Benny Johnson, Candace Owens und Turning Point USA. Meta reagierte auf Anfragen nicht.

Als Grundlage diente das „Meta Monetization Archive“, eine durchsuchbare Datenbank der niederländischen Organisation What To Fix (WTF), die aus Meta-Angaben zusammengestellt wurde. Der letzte Stand stammt vom 15. September, alle genannten Accounts waren darin noch aktiv. Seit dem Start vor zwei Jahren hat WTF über 18 Millionen Teilnehmer erfasst.

Belegt werden Beispiele wie ein Beitrag von Libs of TikTok vom 14. September gegen eine Schule im US-Staat Washington wegen einer Regenbogenflagge im Profilbild. StoneToss nutzte im August den Tod von Tim Curry für einen Comic über Suizidraten unter Transgender. Die Recherche argumentiert, das verstoße gegen Metas Regeln zu polarisierenden Inhalten und Hassrede, auch weil Meta die Faktenprüfung durch Dritte im Vorjahr beendet habe. Dazu kommen mindestens acht offizielle Seiten der Republikanischen Partei, obwohl Parteien und Amtsträger ausgeschlossen sind.

Das Programm wurde 2024 vorgestellt und läuft auf Einladung. Seit 2025 wirbt ein Bonusprogramm mit bis zu 5.000 US-Dollar und nimmt Kreative anderer Plattformen automatisch auf. Die queere Aktivistin SK Smigiel erzählt, Meta habe ihr 500 Dollar im Monat für zehn Reels gezahlt; sie stieg wegen überwiegend negativer Reaktionen aus. Belén Luna Sanz von WTF kritisiert das Auswahlverfahren als intransparent und die Einführung als „leichtfertig“. Die Auszahlung hänge heute vom Engagement ab, nicht von Werbekunden.

Courtney Radsch vom Open Markets Institute warnt, Meta könne so politische Narrative gewichten, besonders vor Wahlen. Jason Hong von der Carnegie Mellon University sagt, Engagement belohne Zuspitzung und Falschinformation. Sanz schlägt vor, monetarisierte Accounts zu kennzeichnen und Verstöße meldbar zu machen. WTF reichte im September zudem eine Beschwerde in der EU ein, weil Meta elf sanktionierte Accounts mit mutmaßlich prorussischer Propaganda bezahlt haben soll.

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