Im Videospiel Marvel's Wolverine hat Sony Hinweise auf die Ehe der Figuren Mystique und Tyger für Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zensiert. Es ist nicht der erste solche Eingriff des Konzerns.
Bild: KI-generiert · Illustration
Im kürzlich erschienenen Videospiel „Marvel's Wolverine" hat Publisher Sony Hinweise auf die gleichgeschlechtliche Ehe der Figuren Mystique und Tyger für den Nahen Osten zensiert. Betroffen sind unter anderem Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, wo Homosexualität mit Haft oder der Todesstrafe bedroht sein kann.
Konkret wurde ein Hochzeitsfoto der beiden Figuren unkenntlich gemacht, Audiospuren mit Begriffen wie „wife" oder Gesprächen über ihre Beziehung wurden stummgeschaltet, betroffene Textstellen durch Sternchen ersetzt. Nutzerinnen und Nutzer entdeckten die Eingriffe zuerst auf Reddit und X, das Gaming-Portal Kotaku griff die Funde als erstes größeres Medium auf. Weder Sony noch Entwicklerstudio Insomniac Games oder Marvel äußerten sich bislang offiziell dazu.
Der Fall ist kein Einzelfall: Bereits bei „Marvel's Spider-Man 2" hatte Sony für den Nahost-Markt Regenbogenflaggen aus dem Spiel entfernt und eine Mission gestrichen, in der Miles Morales einem schwulen Mitschüler zur Seite steht. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin ein wiederkehrendes Muster: Studios werben in westlichen Märkten mit progressiver Repräsentation, verzichten in anderen Regionen aber ohne öffentliche Diskussion darauf, sobald es wirtschaftlich opportun erscheint.
Für Fans wiegt besonders die Stummheit der Unternehmen schwer - eine Erklärung, warum genau diese Inhalte betroffen sind und andere nicht, gibt es bislang nicht. Ob sich an der Praxis künftig etwas ändert, bleibt offen, solange der Zugang zu den Märkten am Verzicht auf solche Szenen hängt.
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