Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz hat die deutsche Ausgabe von Dennis Coopers preisgekröntem Roman indiziert. Der Luftschacht Verlag klagt vor dem Verwaltungsgericht Köln.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der Luftschacht Verlag wehrt sich juristisch gegen die Indizierung von Dennis Coopers Roman „Die Schlampen“. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz hat die deutsche Ausgabe auf die Liste jugendgefährdender Medien gesetzt. Der Verlag hat Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht, wie queer.de am 28. September 2026 berichtet. Für das Buch bedeutet die Listung, dass es nur noch eingeschränkt beworben und gezeigt werden darf.
Das Buch erschien im Original 2004, die deutsche Übersetzung 2021. Es besteht ausschließlich aus fiktiven Einträgen, Bewertungen, Forenbeiträgen und Chatprotokollen einer Bewertungsplattform für Escorts. Cooper erhielt dafür einen Lambda Literary Award und den französischen Prix Sade, der Werke ehrt, die Grenzen überschreiten.
Der Verlag argumentiert, das Verfahren sei fehlerhaft gewesen und verletze die Kunstfreiheit. Das Buch richte sich nicht an Kinder und Jugendliche, sondern an ein erwachsenes literarisches Publikum. Die Behörde habe das Verhältnis von Jugendschutz und Kunstfreiheit falsch bewertet, weil sie einzelne explizite Passagen herausgelöst habe. Berücksichtigt werden müssten stattdessen die literarische Form, der Gesamtzusammenhang, die Ironie und die gesellschaftsanalytische Ebene des Werks.
Eine Indizierung beschränkt Werbung, Präsentation und Vertrieb eines Titels. Der Verlag hat wegen der Prozesskosten eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Zum Zeitpunkt der Meldung waren rund 1.900 Euro zusammengekommen. Ob und wann das Gericht verhandelt, ist der Meldung nicht zu entnehmen.
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