Laut PEN America haben öffentliche Schulen in den USA im Schuljahr 2025/26 11.982 Bücher verbannt, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung 2021. Texas und Florida verantworten 95 Prozent der Verbote.
Bild: KI-generiert · Illustration
Öffentliche Schulen in den USA haben im Schuljahr 2025/26 so viele Bücher aus ihren Bibliotheken und Klassenzimmern entfernt wie nie zuvor. Die Organisation PEN America, die sich für die Meinungsfreiheit von Autorinnen und Autoren einsetzt, zählt in ihrem Bericht „Book Bans Spotlight 2026“ 11.982 Verbote. Das ist der höchste Jahreswert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2021.
Betroffen sind mehr als 7.000 verschiedene Titel, auch das ein Rekord. Über 4.500 davon stehen zum ersten Mal auf der Verbotsliste von PEN. Den größten Teil der Sperren verantworten zwei Bundesstaaten: Texas kommt auf 8.193, Florida auf 3.212 Verbote. Zusammen machen sie 95 Prozent aller Verbote an öffentlichen Schulen aus. Florida hatte die Liste drei Jahre in Folge angeführt, nun liegt Texas vorn. Der Bericht bringt das mit dem Gesetz Senate Bill 13 zusammen, das im September 2025 in Kraft trat und breite Kategorien von Büchern mit „schädlichem Material“ untersagt.
Die meisten gesperrten Bücher behandeln Rassismus, LGBTQ+-Themen und Identität, People of Color oder Sexualität. Einen genauen Anteil queerer Titel nennt die Berichterstattung nicht.
PEN beschreibt auch neue Methoden. Einige Schulbezirke ließen KI-Chatbots entscheiden, welche Bücher verschwinden sollen; die Programme empfehlen laut PEN häufig ein Verbot, weil andere Bezirke es bereits ausgesprochen haben, nicht wegen des Inhalts. Bei Manga wird oft einzelnen Bildern der Zusammenhang genommen, um sie als anstößig darzustellen. Und selbst dort, wo nichts verboten wird, gibt es „weiche Zensur“ in Form von Warnhinweisen oder Elternerlaubnis für die Ausleihe.
Ein Fall aus Tennessee zeigt, was auf dem Spiel stehen kann: Der Bibliotheksrat im Rutherford County entließ die Leiterin Luanne James, nachdem sie sich geweigert hatte, mehr als 190 Bücher aus der Kinderabteilung zu nehmen, denen „Gender-Verwirrung“ vorgeworfen worden war. Sie hat im September eine Klage wegen Verletzung der Meinungsfreiheit eingereicht.
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