Eine neue Verordnung kehrt zur Auslegung von 2020 zurück: Schutz vor Diskriminierung gilt nur noch aufgrund des Geschlechts, nicht der Geschlechtsidentität. Lambda Legal und HRC kritisieren sie scharf.
Bild: KI-generiert · Illustration
Das US-Bildungsministerium unter Ministerin Linda McMahon hat am 29. September 2026 eine endgültige Verordnung zu Title IX veröffentlicht. Sie hebt die 2024 unter Präsident Biden erweiterten Schutzregeln für LGBTQ-Schüler*innen, schwangere Schüler*innen und Studierende mit Kindern wieder auf. Stattdessen gilt die Auslegung aus der ersten Amtszeit Trumps von 2020: Geschützt ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, nicht der Geschlechtsidentität.
Title IX ist das US-Bundesgesetz, das Diskriminierung an Bildungseinrichtungen verbietet, die Bundesmittel erhalten. Die Biden-Regeln von 2024 waren durch Gerichtsverfahren blockiert worden; eine Einigung im August 2026 erlaubte dem Ministerium, die Aufhebung abzuschließen.
Auch das Verfahren bei Beschwerden ändert sich. Schulen müssen nur noch Vorfälle auf dem Campus untersuchen, die Biden-Regeln erfassten auch Vorfälle außerhalb. Verlangt wird ein höherer Beweisstandard („klare und überzeugende Beweise“ statt überwiegender Wahrscheinlichkeit), außerdem förmliche Anhörungen mit Kreuzverhör. Die Definition sexueller Belästigung fällt enger aus.
Lambda Legal nannte die Regel „gefährlich, rechtlich unhaltbar und abscheulich grausam“. HRC-Präsidentin Kelley Robinson kritisierte, sie trete ohne Kommentierungsfrist in Kraft. Shiwali Patel vom National Women’s Law Center sagte, die Regel schwäche den Schutz für alle Schüler*innen. Allen Morris von der National LGBTQ Task Force sprach davon, trans Jugendliche würden zu „politischen Spielfiguren“.
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